Divinity II: Ego Draconis

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[RdOT]Lancelot
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Divinity II: Ego Draconis

Beitragvon [RdOT]Lancelot » Mo. 3.8.2009 16:01

Ich habe mir am WoEn Divinity II: Ego Draconis besorgt, nachdem ich viel Gutes in diversen Foren gelesen habe.

Das Spiel handelt in der üblichen Tolkien-Fantasywelt mit Goblins und Elfen. Das Besondere: man kann sich selbst in einen Drachen verwandeln und umherfliegen (inkl. Feuerspeien) und besitzt einen Drachenturm in dem man jede Menge Möglichkeiten hat.

Wie üblich startet man als Niemand und schuftet sich langsam nach oben. Auf dem Weg gibts die üblichen Sidequests bei denen man den Ausgang selbst bestimmen kann. Man läuft also durch die offene Gegend auf der Suche nach Abenteuern.

Positiv:
- Immer wieder gibt es richtig schicke Landschaften. Inkl. nette Effekte, so gibt es eine Küste mit einem Geist. Nähert man ihm sich wandelt sich das Klima von Urlaubsinsel zu einer kalten Öde
- sämtliche Dialoge sind vertont von teilweise bekannten Synchronsprechern
- man muss den ersten Teil nicht gespielt haben
- die Gegner sind schwer, auch im Laufe des Spiels
- es gibt immer wieder witzige Dialogoptionen und Humor im Spiel
- nach einer gelungenen Mission kann man sich die Belohnung aussuchen (z.B. ein tolles Schwert oder Geld)
- man kann während Dialoge Gedankenlesen, was einem in 1/3 der Fälle tatsächlich weiterhilft.
- Story ist ok
- Spiel läuft stabil
- man kann Marker auf die Übersichtskarte klicken (leider nicht beschriften)
- urkomische Sterbeanimation (UUUAAAAAAAA AAAAAAAAA AAAAAAARRRRRHHHHHHH UUUUAAAUAUAAUAUAAUAUA...)
- es gibt eine Option, automatisch bei Unterschreitung von x% HP zu pausieren um z.B. einen Trank einzuschmeissen

Negativ:
- die Steuerung ist extrem hakelig. Es gibt eine Verzögerung von ca. einer Sekunde bei jeder Bewegung. Was beim Springen über Lavaflüsse auf sich bewegende Plattformen ziemlich ätzend ist
- die Performance ist im Vergleich zu ähnlichen Spielen wie z.B. Two Worlds sehr dürftig
- kein Gegner Respawn. Einmal tot, immer tot. D.h. es gibt auch eine begrenzte Anzahl an Erfahrungspunkten, die damit um so wichtiger werden. Später wirkt die Gegend relativ leblos
- das gilt auch für z.B. Heiltränke. Ich habe früh den Dorfhändler geplündert und war geschockt als dieser seine Vorräte nie auffüllte.
- doch relativ kleine Spielwelt. Als das Spiel erstmal so richtig losging, landete ich in einem kleinen Dorf. Ich erwartete noch viele solcher Dörfer oder sogar Städte zu sehen, aber das war schon die grösste Menschenansammlung im ganzen Spiel
- das Wurschteln im Inventar ist ziemlich unoptimiert (vor allem beim Lesen von Büchern)
- die Möglichkeit seine Rüstung und Waffen zu verbessern ist völlig undurchsichtig und wird im Handbuch nicht erklärt. Ich habe den Rucksack voll mit Gedöns, das ich nicht einmal benutzen konnte

Einige dicke Klopper, die eine Erwähnung wert sind:

1. Das Spiel fängt an nachdem man frisch von der Akademie kommt. Super ausgebildet und kräftig. Dann sagt einem die Ausbilderin, dass man nun Drachentöter werden kann, die es sich zur Aufgabe machen Drachenritter zu töten. Das ganze hat einen Haken: Man vergisst alles, was man auf der Akademie gelernt hat. Man hat sogar die Option nachzufragen, wofür denn nun die ganzen Jahre vergeudet wurden, doch angeblich muss das so sein. Und man hat eh keine andere Option, also lässt man die hochkomplizierte Prozedur über sich ergehen. Was übrigens nur 2 Sekunden dauert und man direkt auf dem Marktplatz im Stehen erledigen kann, wie praktisch.
Witzigerweise verliert man auch 75% seiner Lebenspunkte, anscheinend hat man die auch "vergessen". Nachdem man also unwiderruflich seine Erinnerungen verloren hat um Drachentöter zu werden, offenbahrt die Ausbilderin, dass sie und ihre Kollegen schon so fleissig waren, dass es ohnehin nur noch EINEN EINZIGEN Drachritter in der Welt gibt. Und man weiss wo er ist und er ist quasi schon tot. Selbst ist man aber zu unerfahren um mitzukämpfen... die Dialogoption ob sie einen an der Klatsche hat, gibt es leider nicht.
Aber es wird noch besser, nachdem man ca. eine halbe Stunde lang ausserhalb des Dorfes ein paar Hasen jagt, stolpert man rein zufällig über besagte, letzte Drachenritterin. Die liegt im Sterben und findet es witzig, ihre Kräfte an den Spieler weiterzugeben. Super Tag.

2. Da man jetzt quasi Drachenritter ist - was man anhand des Covers schon erahnen konnte - fragt man sich wann man endlich fliegen kann. Doch leider kann man das erst im letzten Drittel des Spiels. Und auch dann ist das wenig sinnvoll, denn die Entwickler haben Spass daran einen zu ärgern. Beispiel, man läuft an einer Küste entlang und findet einen Strand mit ca. einem Dutzend schwerer Gegner. Kein Problem, in den Drachen verwandelt und los gehts. Aber sobald man verwandelt ist, verschwinden alle Gegner! Man fliegt direkt über den Strand, nichts zu sehen. Sobald man sich zurückverwandelt tauchen die Gegner wieder aus dem Nichts auf, ja danke.

3. Das Kampfsystem. Ich habe einen tollen Bogen und sehe in der Ferne einen Gegner, der mit dem Rücken zu mir steht. Ich pirsche mich also an, ziele und schiesse. Direkt ins Kreuz. Keine Reaktion. Man muss erst so nah dran, bis ein Symbol den Gegner markiert. Bis dahin hat der Gegner einen auf jeden Fall gehört/gesehen/gewittert und stiefelt los. Hat er selbst eine Fernkampfwaffe, stoppt man bei jedem Treffer, sodass man fast tot ist bevor man ihn erledigen kann. Immer wieder stellt ich mitten im Gefecht fest, dass ich den Gegner gar nicht treffe, weil das blöde Symbol fehlt.


Unterm Strich alles ganz nett, aber leider noch nicht ganz optimiert und vergebene Chancen. Es kann allerdings noch sein, dass ettliches verbessert wird, denn International kommt das Spiel erst im Herbst raus, die Deutschen spielen quasi Betatester.
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Re: Divinity II: Ego Draconis

Beitragvon Doktor » Di. 4.8.2009 11:32

Schade. Ich habe gerade Eragon die Audiobooks gehört und wäre jetzt schon reif für so ein Spiel mit Elfen etc, aber wenn das noch so Buggy ist, dann eher nicht. Schade.

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