Rollenspiel Laberthread

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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Fr. 8.5.2009 11:57

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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Rukh » Fr. 8.5.2009 12:19

:eek: :d=: :d=: :d=:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Fr. 8.5.2009 14:49

:)


Ist der Dialog so gut, oder bist Du einfach erschüttert über die tiefgreifende Weltanschauungsdiskussion? :oO:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Rukh » Fr. 8.5.2009 14:59

Nein, ich bin mittlerweile zu sehr mit Deinem verquerten Wesen vertraut als das mich da noch irgendwas groß überraschen würde, ich finde einfach den Dialog gut. :p
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Fr. 8.5.2009 15:08

Rukh hat geschrieben:Nein, ich bin mittlerweile zu sehr mit Deinem verquerten Wesen vertraut als das mich da noch irgendwas groß überraschen würde



Einfach 'Nein' hätte nicht gereicht? :oO: :help:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Rukh » Fr. 8.5.2009 15:09

Ja
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Sa. 9.5.2009 12:06

:silly:


Teich hat ja inzwischen einen gewaltigen Stapel Papier erhalten. :D


@Blei: ein großes Problem ist, das Forum beherrscht keinen Blocksatz. ;)
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Do. 14.5.2009 19:52

Traumsequenz ist fertig. Damit beginnt nun wirklich der letzte Akt. Halbes Jahr noch, dann ist es fertig... :|||:


Habt ihr gewusst, das Michael Ende mit seinem ersten Buch "Jim Knopf" bei 10 Verlegern war, ehe es einer angenommen hat? Also bestehen noch Chancen für mich, berühmt zu werden...

...alternativ Reich :D
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Blei-Inkontinenz » Do. 14.5.2009 22:39

...oder Jahrzehnte später zur Legende... :icon16:

*duck&renn*
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Masood » Fr. 15.5.2009 16:54

Vielleicht macht dann Tocotronic ein Lied über dich:

Maili, nur du bist schuld daran,
Dass aus uns nichts werden kann.
Du hast uns mit deinen Tricks,
aus der Gesellschaft ausgeixt.
Mit den Eltern aller Schichten,
willst du uns vernichten.

Maili du hast mein Leben zerstört.

usw.
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Mi. 20.5.2009 15:38

:oO: :tocktock:



Naja jedenfalls komme ich derzeit kaum dazu weiter zu schreiben. Und das wird sich wohl die nächste Zeit auch nicht ändern. Zumal ich gerade festhänge und nicht weiter weiß. Hier noch ein kleiner Auszug, bevor ich das Ding ganz einstampfe...



Ein dumpfes, regelmäßiges Pochen drang an mein Ohr. Erst leise, dann immer lauter werdend, bis das Geräusch fast meine ganze Wahrnehmung ausfüllte. Ich schlug die Augen auf und starrte an die Decke über mir, die sich im Wind auf und ab bewegte. Das schmutzige Leinentuch des Zeltes hatte schon bessere Zeiten gesehen.
Ich schwang die Beine von der Pritsche und stand auf. Das Gewicht der Plattenrüstung ließ mich einen Moment schwanken. Ich trat an den Eingang heran, schlug schwungvoll die Plane zur Seite und blickte auf den blutroten Himmel. Es war, als brenne der gesamte Horizont und die dichten Rauchschwaden nahmen die Sicht auf die Berge. Es war noch früh, dennoch war fast das gesamte Lager auf den Beinen.
Ich hielt einen Soldaten an, der an mir vorbei hastete.
„Was ist hier los? Was sind das für Geräusche?“
„Sie kommen“, keuchte der Mann atemlos. „Sie werden uns überrennen.“
Er rannte davon, ehe ich noch eine Frage stellen konnte.
Weitere Männer kamen auf mich zu und stürmten an mir vorbei. Alle auf der Flucht vor einer mir unbekannten Gefahr.
„Die Verteidigung, Kjeld!“, brüllte es hinter mir. „Wo ist die Verteidigung? Hast du etwa schon wieder geschlafen?“
Gerulf kam angestürmt und stieß mich grob gegen die Brust.
„Sie überrennen uns und du hast nichts Besseres zu tun, als einen Schönheitsschlaf zu halten.“
„Vielleicht hatte er ja heute Nacht Besuch. Das muss ihn furchtbar angestrengt haben.“ Bendicht trat hinter Gerulf und sah mich abweisend an.
Ich wollte etwas zu meiner Verteidigung sagen, doch ich fühlte mich wie gelähmt. Unfähig zu reagieren musste ich einen weiteren Stoß Gerulfs ertragen.
„Wir brauchen ihn nicht mehr“, Tjadina kam angerannt und gesellte sich zu den Dreien. „Lasst uns ohne ihn fliehen.“
Sie kam auf mich zu, ihre Lippen bewegten sich und mit dem Zeigefinger der rechten Hand tippte sie mir an die Stirn.
Ein Schmerz durchzuckte mich, fuhr durch meinen gesamten Körper hindurch, von der Stelle beginnen, wo sie mich berührt hatte, bis zur Sohle hinab.
„Auf wiedersehen, Kjeld.“
Meine Freunde drehten sich um und rannten davon. Ich wollte ihnen folgen, doch meine Beine fühlten sich schwer und taub an.
Ich blickte an mir hinab und erschrak bis ins Mark. Von den Füßen an, begann mein Körper zu versteinern. Ich fühlte keinen Schmerz, sondern nur eine Taubheit, die immer weiter meine Beine hinaufwanderte. Bald konnte ich sie gar nicht mehr bewegen, während um mich herum weiter die Soldaten vor der unsichtbaren Gefahr flüchteten. Ich blickte auf meine Hände. Auch hier hatte die Verwandlung begonnen sich auszubreiten. Die Haut wurde grau, meine Glieder steif und ich spürte das Gewicht in den Armen. Jeden Moment rechnete ich damit, dass die Versteinerung mein Herz und meine Lungen erreichen würde. Panik überkam mich und für einen Moment empfand ich eine unbeschreibliche Angst.
Nichts davon geschah. Der Zauber wanderte meine Brust hinauf, erreichte den Hals, das Kinn, den Mund und dann war es vorbei. Unfähig mich zu rühren war ich in meinem eigenen Körper gefangen. Und dennoch konnte ich atmen und meine Augen bewegen. Tjadina hatte mich dazu verdammt, alles was um mich herum geschah, mit ansehen zu müssen. Warum hatte sie das getan?
Wütende Schreie drangen an mein Ohr. Ein Soldat blieb direkt vor mir stehen und sah sich angsterfüllt um. Ein einzelner Ork kam herangestürmt, riss augenblicklich seine Streitaxt hoch und griff den Mann an. Vergeblich versuchte dieser den Schlag mit den Armen von sich abzuhalten. Ich wollte ihm zu Hilfe eilen, wollte den Hieb abfangen und den Ork töten. Doch ich war dazu verdammt mit ansehen zu müssen, wie die Axt auf den Schädel des Soldaten niedersauste. Es war mir nicht einmal vergönnt, die Augen schließen zu dürfen, als Metall auf Haut und Knochen traf und der blutende Körper zu Boden sackte.
Ein zweiter und dritter Ork kamen herangestürmt, dann eine ganze Gruppe. Das Brüllen aus vielen Kehlen kam näher und schließlich war die Streitmacht der Orks heran. Es waren Hunderte. Sie rannten an mir vorbei, die Waffen hoch in die Luft erhoben, sie stürmten die Zelte, zerrissen die Planen und steckten sie in Brand. Wo sie einen der Flüchtenden entdeckten, wurde dieser niedergemacht.
Ein Gesicht erschien in meinem Blickfeld. Ein breites Grinsen zeigte sich und dunkle Augen blitzten mich spöttisch an. Der Anführer, dem ich im Wald bei Wegesrast schon begegnet war, trat einen Schritt zurück und hob seinen Streitkolben.
„So sieht man sich wieder“, brummte er leise, dann schlug er zu. Ich sah den Schlag auf mich zukommen, wollte ausweichen, mich mit einem Sprung in Sicherheit bringen, doch ich konnte nichts tun. Wie in Zeitlupe sah ich die Waffe auf mich zukommen, wollte einen Schrei ausstoßen...
...und fuhr schweißnass von meinem Lager hoch.
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Blei-Inkontinenz » Do. 21.5.2009 21:32

Mailman hat geschrieben:Naja jedenfalls komme ich derzeit kaum dazu weiter zu schreiben. Und das wird sich wohl die nächste Zeit auch nicht ändern.

Weder du noch irgendein anderer Autor seiner Zeit hatte selten die Gelegenheit seine Werke im eigenen Sinne zu vollenden.

Ich frage mich, warum du dich selber unter Druck setzt?
Druck im literarischen Sinn ist kontraproduktiv. Ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder Künstler auch anderer Richtungen mir hier beipflichten wird...

Mailman hat geschrieben:Zumal ich gerade festhänge und nicht weiter weiß. Hier noch ein kleiner Auszug, bevor ich das Ding ganz einstampfe...

Ich möchte dich bitten, das ganze nicht einzustampfen.

Denk mal nach, wo du jetzt gerade mit deinem Projekt stehst, welchen Weg du gegangen bist, um zu dem Punkt zu kommen, der sich gerade offenbart.

Das ist kein Punkt zum Aufhören, sondern den Spannungsbogen zu überdenken.
Sackgassen sind für Schriftsteller normal und es zehrt natürlich, dass die befristete Online-Veröffentlichung Druck erzeugt.
Nicht vom Leser, sondern vom und für den Veröffentlicher, der sich in Echtzeit einem Publikum stellt, das will... ;)
Du hast keinen leichten Weg mit der Online-Veröffentlichung deines Werkes gewählt, eher die schwere Variante, aber das bisher geschaffene zollt Respekt, der ebenfalls nicht mit eingestampft werden sollte.

Gönn dir ne Pause Maili, die Story und der Gedanke der dahinter steht, ist gut und sollte weiter verfolgt werden. :six:

Hör bitte nicht auf.
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Mo. 22.6.2009 10:09

Seit über einem Monat komme ich kaum weiter. Hier trotzdem mal wieder ein kleiner Auszug, der kurz vor Seite 400 sein müsste:



Der Besuch des Fürsten war in jeglicher Hinsicht eine Überraschung. Donnernd hallte die Begrüßung der angetretenen Gardisten über den Platz, als Esmond mit festem Schritt auf Gerulf zukam und dieser salutierte. Eine junge Elbenmagierin mit langen, blonden Haaren folgte dem Fürst dichtauf: Tjadina. Verwundert starrte ich ihr entgegen und auch Bendicht und Gerulf war das Erstaunen ins Gesicht geschrieben.
„Gerulf. Gut, dass Ihr zurück seid“, begann der Fürst ohne Umschweife. „Lasst wegtreten, wir müssen persönlich miteinander reden. Eure Freunde können auch mitkommen.“
Die Begrüßung war vollkommen anders als beim letzten Mal. Entweder der Fürst hatte einen besonders guten Tag, oder die Standpauke wegen irgendeiner Nichtigkeit würde noch folgen.
Wir trafen uns in Gerulfs Schreibstube. Fürst Esmond hatte auf Gerulfs Stuhl Platz genommen, Tjadina stand hinter ihm und lächelte geheimnisvoll.
„Wir werden Truppen entsenden.“ Der Fürst machte ein ernstes Gesicht. „Ich habe bereits vor einigen Tagen Boten entsendet um die Milizen zusammenzurufen. Wir dürfen keine Zeit verlieren.“
Gerulf runzelte die Stirn. „Ich verstehe nicht ganz fürchte ich.“
Esmond blickte zu Tjadina und nickte ihr zu. Sie trat vor und ergriff das Wort.
„Orktruppen haben die Stadt Swet überrannt und eingenommen. Die Bewohner, die nicht fliehen konnten, wurden getötet. Derzeit halten die Orks die Stadt und stellen damit eine Bedrohung für das gesamte Umland dar. Der Anführer hat Verhandlungen abgelehnt und wir müssen davon ausgehen, dass die Orks von Swet aus weitere Angriffe planen. Der Name dieses Anführers ist übrigens Motred.“
Ich traute meinen Ohren nicht. Derselbe Name, den uns auch der Ork in Wegesrast genannt hatte. Doch gegen den Angriff auf eine große Stadt war der auf Wegesrast geradezu unbedeutend gewesen. Nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns noch erwarten würde.
Nur verstand ich immer noch nicht, was Tjadina mit dem Fürsten zu schaffen hatte. Diese Frage beantwortete sie kurz darauf selbst.
„Nach dem Tod des Großmeisters spreche ich als Ranghöchste im Namen der Magiergilde. Wir haben Fürst Esmond die Hilfe der Gilde zugesagt: Sechs Magier unter meiner Führung als Unterstützung für die Truppen.“
„Du?“, entfuhr es Bendicht.
Sie lächelte hochmütig. „Natürlich ich.“
„Tjadina genießt in diesem Fall mein uneingeschränktes Vertrauen“, pflichtete ihr der Fürst bei.
Ich war noch immer verwirrt, wagte jedoch nicht eine Frage zu stellen. Gerulf schien es allerdings genauso zu gehen.
„Wie kommt es, dass Ihr Euch so bereitwillig auf Hilfe einlasst, Herr? Swet liegt weit entfernt.“
Esmond runzelte die Stirn. „Gerade von Euch hätte ich eine solche Frage nicht erwartet. Die Orks sind erstaunlich gut organisiert. Mit einem Heer dieser Größe stellen sie eine Gefahr für ganz Saterah dar, ganz gleich wie weit sie derzeit noch entfernt sind. Wenn wir jetzt nicht handeln ist es vielleicht zu spät. Wir stehen mit den Magiergilden und Fürstenhäusern der anderen Städte in Kontakt. Auch die übrigen Fürsten denken darüber nach, Truppen zu entsenden.“
„Dann ist dies alles also bereits beschlossen?“, hakte Gerulf nach.
Esmond nickte. „Sobald die Milizen eingetroffen sind liegen Schiffe bereit, die Euch und Eure Männer bis nach Tenun bringen und von dort ein Stück den Fluss hinauf. Ihr könnt die Stadt binnen zwei Wochen erreichen. Hoffen wir, dass dies nicht bereits zu spät ist.“
Esmond erhob sich.
„Das wäre dann alles. Meldet Euch bei mir bevor Ihr endgültig abreist.“
Gerulf nickte knapp, dann war der Fürst auch schon zur Tür hinaus.
Ich sah die anderen drei der Reihe nach an. So schnell konnte sich die Situation vollkommen verändern.
„Was war das denn eben?“, fragte ich in die Runde.
„Es war einfach zu verstehen, oder?“ Tjadina hatte begonnen hinter dem Schreibtisch auf und ab zu gehen. „Wir ziehen in den Krieg.“
„Hat wer beschlossen?“, fiel ihr Bendicht ins Wort.
„Habt ihr die Botschaften vergessen, die uns Tom im Traum gezeigt hat? Das sind Sinn und Ziel unseres Abenteuers. Darauf läuft alles hinaus.“
Ich war mir nicht sicher, ob ich mich so bereitwillig aufs Toms Spiel einlassen wollte. Nicht schon wieder.
„Und wenn wir uns einfach weigern?“, gab ich zu bedenken. „Wenn wir einen anderen Weg einschlagen?“
Bendicht nickte „Da muss ich unserem Zupfmeister sogar einmal Recht geben. Was wäre denn, wenn wir einfach in die andere Richtung gehen?“
Tjadina stieß ein kurzes Lachen aus. „Das ist reiner Trotz und wird überhaupt nichts bringen. Ihr habt alle gesehen, wozu Tom fähig ist. Wenn wir nicht zu ihm kommen, dann trägt er den Krieg eben zu uns. Das ist die Entscheidung des Spielleiters, egal was wir tun.“
„Es hört sich für mich eigentlich eher nach einer Entscheidung von dir und deinem neuen Freund, dem Fürsten, an.“
Tjadinas Augen sprühten vor Zorn und einen Moment sah es so aus als würde sie Bendicht für diese Bemerkung an die Gurgel gehen.
„Was habt ihr denn die letzten Wochen getan außer herumzusitzen und Maulaffen feil zu halten? Ich habe meine Fähigkeiten weiterentwickelt und versuche etwas daraus zu machen.“
Gerulf hatte die ganze Zeit stumm vor sich hin gestarrt, jetzt kam er Tjadina zu Hilfe.
„Sie hat Recht. So ist es nun einmal im Rollenspiel: Der Spielleiter trifft Entscheidungen und die Spieler müssen darauf reagieren. Ob es uns nun passt oder nicht, wir stecken da drin.“
Auch wenn es mir nach wie vor widerstrebte, dies alles einfach auf sich beruhen zu lassen und mich in das zu ergeben, was man in diesem Fall wohl Schicksal nennen mochte, so war es die einzig vernünftige Reaktion.
Bendicht sah mich an. „Was ist mit dir?“
Die Frage verwirrte mich für einen Moment. Ich dachte an die Tage in Darian, an die Zeit in der ich nicht mehr wusste was ich mit mir selbst und dieser Welt anfangen sollte und in denen ich nicht wusste, wie es weitergehen sollte. Nach wie vor sträubte sich alles in mir auf Toms Spielchen einzugehen. Andererseits, was war so schlimm daran? Gerulf hatte Recht: Tom war nunmal der Spielleiter und damit derjenige, der die Geschehnisse vorantrieb.
„Na was ist?“, drängte Bendicht auf eine Antwort.
Wäre dies ein Rollenspiel zu Hause am Tisch gewesen, so wäre mir die Entscheidung einfach gefallen, es hätte mir ja nichts passieren können. Doch hier war ich mir der Tragweite dessen bewusst, was meine nächsten Worte bedeuten würden. Ginge ich mit den anderen, so würde ich unweigerlich an einer Schlacht teilnehmen müssen. Wandte ich mich erneut von der Gruppe ab, so war es nur eine Frage der Zeit, bis Tom mich erneut aufsuchen würde. Wenn ich denn schon keine echte Wahl hatte, dann wollte ich die anderen nicht im Stich lassen.
Ich blickte erst Gerulf, dann Tjadina an.
„Ich werde mit euch gehen.“
Bendicht schnaufte. „Schön, die beiden edlen Ritter und die holde Dame ziehen also in den Krieg.“
„Und was macht der mürrische Waldläufer?“, fragte Tjadina.
Bendicht ließ sich auf einen Stuhl sinken und verschränkte missmutig die Arme.
„Auch wenn ich das auf ewig bereue: Ihr werdet eine weitere Klinge bitter nötig haben.“
„Na also.“ Tjadina nickte und schritt in Richtung Türe.
„Ich muss wieder zurück ins Gildenhaus. Es gilt noch so einiges vorzubereiten und ich muss die Magier instruieren, die mit uns reisen werden.“
Kaum hatte sie den Raum verlassen ging Gerulf ihr nach. „Und ich muss meinen Männern den Marschbefehl überbringen.“
„Ich werde am Abfahrtstag am Schiff sein,“ brummte Bendicht ehe auch er zur Türe hinausging.
Ich zog die Laute vom Rücken und prüfte die Saiten: Sie war fürchterlich verstimmt. Ich ließ mich auf Gerulfs Stuhl hinter dem Schreibtisch fallen und begann in aller Ruhe mit dem Stimmen. Ich musste unweigerlich lächeln. Eigentlich freute ich mich, dass es wieder losging. Immer am selben Ort zu verweilen, das war nichts für jemanden wie mich.
Ein Heer würde einen guten Barden sicher brauchen können.
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon [RdOT]Malagant » Mi. 24.6.2009 23:28

Falls es als Buch nicht klappt machst einfach eine Hörspiel raus. ;)
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Mi. 1.7.2009 13:17

Langsam wird es wieder besser mit dem Schreibfluss. A propos Fluss:


[...]Den ganzen Tag zogen uns die beiden Wesen. Ohne sichtbare Erschöpfung hielten sie ihr Tempo bei, stets begleitet durch ihren Magier. Als ich erneut an der Rehling stand und zum Ufer hinüberblickte, gesellte sich Tjadina zu mir.
„Faszinierende Wesen, nicht?“
Ich verstand nicht sofort und sah sie fragend an. Sie deutete nach vorne.
„Die Eulenbären. Ein perfekter Beweis magischer Schöpfungskraft.“
Eulenbären nannten sich diese Wesen also. Der Name gefiel mir genauso wenig, wie die Wesen selbst. Ich antwortete nicht, aber meine Gedanken mussten sich deutlich in meinem Gesicht widerspiegeln.
„Von den Seeleuten wie eine Krankheit angesehen zu werden, das bin ich inzwischen gewohnt, aber du?“, fragte sie verwundert. „Seit wann hast du Angst vor Magie?“
Ich schüttelte den Kopf, so war es ja nun wirklich nicht. Mich hatte nur einfach ein ungutes Gefühl beim Anblick dieser Eulenbären beschlichen. Und dann war da immer noch meine Skepsis gegenüber Tjadina selbst.
„Es ist einfach immer noch ungewohnt zu sehen, was in dieser Welt mit Hilfe der Magie vollbracht werden kann“, wich ich aus.
„Faszinierend, will ich wohl eher meinen“, sagte sie geheimnisvoll.
„Für dich vielleicht. Für mich ist es eben ungewohnt.“
Ich stieß mich von der Rehling ab und wollte gehen, doch sie hielt mich am Arm zurück.
„Was ist eigentlich mit dir los in letzter Zeit? Du bist so abweisend. Bisher kenne ich das nur von Bendicht.“
Das Bedauern in ihrem Blick war ehrlich und einen Moment war ich versucht mich ihr anzuvertrauen. Einen kurzen Moment, in dem ich nicht mehr die Magierin Tjadina Silberfall vor mir sah, sondern Basti, für die ich einmal geschwärmt hatte. Das alles schien eine Ewigkeit her zu sein, nur noch eine schwache Erinnerung an ein lange zurück liegendes Leben. Doch der Augenblick verstrich und ich schüttelte abermals den Kopf.
„Das bildest du dir nur ein.“ Ich versuchte zu lächeln. „Diese ganze Sache mit dem Feldzug macht mich nervös, das ist alles.“
Sie straffte sich und in ihrem Gesicht machte sich wieder der Ausdruck großer Selbstsicherheit breit.
„Keine Sorge, die Magiergilde hat sechs ihrer besten Leute entsandt, und Gerulf ist ein ausgezeichneter Heerführer. Wir werden es den Orks und diesem Motred zeigen. Ich muss mich wieder um die Vorbereitungen kümmern.“
Schon stand ich wieder alleine an der Rehling. Ein Teil von mir bedauerte es, die Chance nicht genutzt zu haben, mich mit ihr auszusprechen. Stärker jedoch war das Gefühl der Abneigung gegen sie und ihre magischen Freunde. Die innere Skepsis gegenüber allen Magiern, die ich mit den Seeleuten und wohl auch den meisten Bewohnern Saterahs teilte, erschreckte mich fast. Wir alle hatten uns sehr verändert.
Ich dachte an Lyndiwej. Ich hätte sie gerne wieder gesehen, doch seit unserem letzten Treffen hatte ich nichts mehr von ihr gehört. Sie liebte es, in unerwarteten Momenten aufzutauchen, doch jetzt musste sie hunderte Kilometer weit weg sein.
Ich ärgerte mich über mich selbst, dass ich schon wieder ins Grübeln verfiel. Gerulf, Tjadina und Bendicht schienen so überzeugt in ihren Rollen zu stecken. Ich dagegen ließ keine Gelegenheit aus, um mir über alles Mögliche Gedanken zu machen. Damit musste jetzt ein für alle Mal Schluss sein.
Ein Brüllen riss mich aus meinen Gedanken. Es kam aus Richtung des zweiten Schiffes. Ich rannte zum Heck und spähte nach hinten. Einer der Eulenbären, die das zweite Schiff zogen, hatte sich losgerissen. Mit hochgereckten Armen stand sein Magier vor ihm. Zwischen seinen Händen zuckte ein heller Lichtbogen. Neben und hinter mir wurden Rufe laut, denn natürlich hatten auch die Seeleute den Zwischenfall bemerkt.
Welchen Zauber auch immer der Magier auf das Wesen sprechen mochte, es wirkte nicht. Der Eulenbär machte einen Schritt nach vorne und ließ seine gewaltigen Pranken mit den scharfen Krallen auf den Magier niedersausen. Dieser wurde förmlich in Stücke gerissen. Entsetzte Schreie erschollen auf Deck und auch vom zweiten Schiff hallten Schreie zu uns herüber. Das Schiff war zum Stehen gekommen und trieb schräg auf dem Fluss, gehalten nur noch von einem der beiden Seile. Der zweite Magier schien seinen Eulenbären nach wie vor unter Kontrolle zu haben und dieser hielt das Schiff fest an Ort und Stelle.
„Ich habe es euch gesagt, Freunde!“, tönte eine Stimme. „Nichts als Unglück!“
Ein neuerliches Brüllen fuhr uns allen durch Mark und Bein. Dieses Mal war es von den beiden Wesen gekommen, die uns selbst zogen. Ich musste mich nicht einmal umdrehen um zu wissen, dass auch diese Beiden begonnen hatten, sich wie wild gegen ihre Ketten zu stemmen. Fast zeitgleich erhoben die Magier ihre Arme und ein scharfer Befehl hallte von beiden Ufern zu uns herüber. Es gab einen roten Blitz, der so hell war, dass es in den Augen schmerzte und ich mich abwenden musste. Als ich wieder klar sehen konnte lagen beide Eulenbären tot am Boden. Die Magier mussten beschlossen haben, kein Risiko einzugehen und die Gefahr sofort zu beseitigen.
Erst einige Augenblicke später fiel mir der Fehler in diesem Gedanken auf. Wenn die Eulenbären tot waren, hielt niemand mehr die Pinta fest. Ein schneller Blick zum Ufer brachte Gewissheit: Wir bewegten uns langsam rückwärts. Die Strömung hatte uns erfasst und würde uns direkt auf das zweite Schiff treiben.
„An die Ruder Männer! Segel setzen!“, brüllte Kapitän Norwin, doch die Mannschaft hatte bereits reagiert. Alle Mann rannten über Deck und versuchten die Pinta irgendwie zu retten. Die meisten stürmten unter Deck um die Ruder zu Wasser zu bringen, der Rest machte sich daran die Segel zu setzen. Ich war kein Seemann, doch ich erkannte, dass es bereits zu spät war: Der Aufprall war unvermeidlich. Immer schneller trieb uns die Strömung flussabwärts, zusätzlich begann die Pinta sich nach links zu drehen.
Ich rannte nach vorne zur Bugrehling. Ich wollte vom Aufprallpunkt so weit wie möglich entfernt sein. Immer wieder musste ich Männern ausweichen, die beinahe panisch von einer Seite des Schiffes zur anderen rannten. Das Oberdeck wurde immer voller. Die Mannschaft musste damit begonnen haben, die Soldaten aus den unteren Decks zu evakuieren. Kapitän Norwins Befehle wurden noch lauter, so als wolle er die Pinta mit seinen Worten daran hindern abzutreiben.
In diesem Moment kamen Tjadina und Gerulf an Deck gestürmt.
„Was ist hier los?“, rief Gerulf mir zu, als er mich bemerkte.
Ich deutete nach vorne. „Die Eulenbären sind tot. Wir treiben auf das zweite Schiff.“
Gerulfs Augen weiteten sich. Er rannte zum Heck um sich die Sache anzusehen, während Tjadina nach vorne stürmte.
Vielleicht glaubte sie meinen Worten nicht, vielleicht wollte sie auch versuchen, mit einem Zauber einzugreifen. Doch welcher Zauber hätte ein ganzes Schiff aufhalten sollen?
Ich erreichte die Rehling und griff nach einem der Taue, wickelte es ein paar Mal ums Handgelenk und bereitete mich auf den Aufprall vor.
Über dem Achterkastell wuchs die Takelage des zweiten Schiffes empor und kam immer näher. Auch dort waren die Männer eifrig dabei etwas zu unternehmen. Doch auch sie konnten nichts mehr ausrichten.
Tjadina rannte auf mich zu und rief etwas, was ich nicht mehr verstand, dann war es soweit.
„Festhalten!“
Ein ohrenbetäubender Knall ertönte, dann das Krachen und Bersten von Holz und Metall, als die beiden Schiffsrümpfe sich trafen. Ich wurde nach vorne geworfen, konnte mich aber am Seil halten. Tjadina stürzte an mir vorbei. Ich versuchte blitzschnell nach ihr zu greifen, bekam ihr Handgelenk zu fassen und zog sie zu mir. Die meisten Leute an Deck hatten weniger Glück. Wer sich nicht in letzter Sekunde irgendwo festhalten konnte, wurde von den Füßen gerissen.[...]
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Rukh » Mi. 1.7.2009 13:51

Ich freue mich schon echt darauf, ein handsigniertes Komplettexemplar erwerben zu können ... :six:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Mi. 1.7.2009 14:25

Den Spezialledereinband hast du vergessen zu erwähnen... :silly:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Rukh » Mi. 1.7.2009 14:37

Mailman hat geschrieben:Den Spezialledereinband hast du vergessen zu erwähnen... :silly:

Aus Penisleder, wenn man dran reibt wird ein Koffer draus. :d=:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Mi. 1.7.2009 14:54

Rukh hat geschrieben:
Mailman hat geschrieben:Den Spezialledereinband hast du vergessen zu erwähnen... :silly:

Aus Penisleder, wenn man dran reibt wird ein Koffer draus. :d=:


Ameisenusw...

so viel Zeit muss sein. :silly:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Blei-Inkontinenz » Di. 14.7.2009 19:44

Rukh hat geschrieben:Ich freue mich schon echt darauf, ein handsigniertes Komplettexemplar erwerben zu können ... :six:

:d=:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Do. 30.7.2009 12:41

Immer noch bin ich sehr sehr langsam in Schreiben, aber es wird langsam wieder merklich besser. Verdammt, ich will endlich fertig werden.


Am nächsten Morgen war mein Auftritt in aller Munde. Immer wieder klopften mir Gardisten auf die Schulter, wurde ich freundlich gegrüßt oder zu einem kurzen Gespräch aufgefordert. Obwohl die Stimmung alles andere als ausgelassen war. Die Truppführer trieben die Männer an und in Windeseile waren die Zelte abgebaut, die Pferde gesattelt und der Heerzug setzte sich in Bewegung. Da hier am Ufer des Flusses nicht mehr als vier oder fünf Männer bequem nebeneinander gehen konnten, zog sich das Heer bald wie eine gigantische Schlange, über mehrere hundert Meter, am Fluss entlang.
Ich warf einen letzten Blick zurück auf die Schiffe, ab jetzt würde der Weg wesentlich beschwerlicher werden. Gerne hätte ich mein magisches Reittier erschaffen, doch schien es mir besser zu sein, wie die meisten der Männer zu Fuß zu gehen. Auf diese Weise konnte ich noch mehr Sympathien für mich gewinnen. Warum es mir mit einem Mal so wichtig war, bei den Männern Eindruck zu schinden, wusste ich selbst nicht genau.
Ich reihte mich etwa in der Mitte des Heerzuges ein, zog die Laute hervor und begann eine Melodie zu spielen. Vielleicht fiel das Laufen auf diese Weise ja ein wenig leichter. Links und rechts der Ufer stieg das Land leicht an, so dass man nicht sehen konnte was dahinter lag. Wir mussten uns irgendwo südlich des Waldgebietes befinden, in dem meine Reise begonnen hatte. Gegen Mittag ertönte ein kurzes Hornsignal und es gab eine kurze Rast, dann ging es weiter, immer im selben Tempo, ohne besondere Abwechslung. Hin und wieder wechselte ich ein paar Worte mit einem der Gardisten, doch die meiste Zeit schwieg ich oder spielte die Laute.
Nachmittags löste sich ein Reiter aus der Spitze des Zuges und kam die Reihen entlang geritten. Beim Näherkommen erkannte ich Gerulf der aufmerksam die Reihen musterte. Ich hob die Hand zum Gruß. Kaum wurde er meiner gewahr, zügelte er sein Pferd und sprang aus dem Sattel.
„Kjeld. Hier bist du.“
Er drückte einem der Gardisten die Zügel in die Hand.
„Lass uns ein Stück zusammen gehen, ich muss etwas mit dir bereden.“
Wir entfernten uns vom Heer und wanderten ein Stück vom Ufer weg den Hügel hinauf.
„Vermisst ihr mich schon da vorne?“, fragte ich ironisch.
Gerulf lächelte. „Ehrlich gesagt wäre ein wenig Musik da vorne schon ganz angenehm. Unser Weg ist noch weit und es gibt kaum Abwechslung.“ Er grinste. „Bis auf Bendichts Genörgel natürlich.“
„Wenn du darauf bestehst kann ich auch zu euch an die Spitze kommen.“
Er schüttelte den Kopf.
„Nein, ganz im Gegenteil. Ich finde es sehr gut was du tust. Das ist auch der Grund warum ich dich sprechen wollte. Ich wollte dich bitten nicht nur genau so weiter zu machen, sondern deine Anstrengungen noch zu verstärken. Du heiterst die Männer auf und motivierst sie gleichzeitig für die bevorstehende Schlacht.“
Er wirkte einen Moment nachdenklich.
„Ich nehme an ich brauche dir nicht zu erklären, dass viele von ihnen sterben werden?“
„Ich weiß“, nickte ich.
Er deutete auf den scheinbar nicht enden wollenden Tross von Männern.
„Der Elb, nennen sie dich.“ Ich runzelte die Stirn bei diesem Titel, doch Gerulf hob beschwichtigend die Hände.
„Es geschieht mit Respekt. Nicht mit Hochmut oder Verachtung, wie man es sonst gewohnt ist.“
Wir hatten den obersten Punkt des Hügels erreicht und konnten sehen, dass wir nur noch wenige Kilometer vom Waldrand entfernt waren. Die Hügel endeten im Südwesten am Meer und gingen im Nordwesten langsam in das schroffere Vorland der Berge über.
Gerulf war ein Stück voraus gegangen und drehte sich jetzt zu mir um.
„Die Männer folgen mir, weil sie Respekt haben und ich der Heerführer bin. Doch bei Dir ist das anders: Du bist einer von ihnen.“
Und damit keiner von euch, dachte ich bei mir, wobei ich damit Gerulf, Tjadina und Bendicht meinte. Das sprach ich natürlich nicht laut aus.
Er legte mir die Hand auf die Schulter. „Bleib bei deiner Rolle. Spiele sie gut, das erhöht unsere Chancen in dieser Schlacht.“
Seine Stimme war ernst geworden. Eine Zeit lang hatte ich gedacht, Gerulf würde mich als Freund sprechen wollen. Doch je länger wir redeten, desto mehr wurde er wieder zum Heerführer, handelte er, wie man es von einem echten Paladin erwarten würde.
Einen Moment lang wusste ich nicht mehr, ob ich mich freuen sollte, dass Gerulf so viel Vertrauen in mich legte, oder ob ich gekränkt sein sollte, weil man mir nicht vorschreiben musste, was ich zu tun hatte. Ich entschied mich dafür, nicht auf Konfrontation zu gehen.
„Ich werde tun, was ich die ganze Zeit schon getan habe. Nicht mehr, aber vor allem auch nicht weniger.“
Ich konnte sehen, dass Gerulf einen Moment überlegte, was diese Antwort bedeuten mochte, dann nickte er.
„Gut, mehr wollte ich auch gar nicht.“
Er blickte zum Waldrand hinüber.
„Wir sind nicht so weit gekommen, wie ich gehofft hatte. Der Zwischenfall mit den Eulenbären kostet und sicherlich zwei Tage.“
„Ich bin gar nicht so erpicht darauf, möglichst schnell anzukommen“, sagte ich mehr zu mir selbst, doch Gerulf hatte mich gehört.
„Solche Dinge solltest du niemals in Gegenwart der Männer erwähnen. Das wäre Gift für die Moral.“
Ich wedelte mit der Hand. „Jaja, ist schon gut. Ich werde schon alles richtig machen.“ Als ob ich nicht selber am besten wüsste, wie ich die Männer motivieren konnte.
„Meinetwegen. Lass uns zurückgehen“, schlug Gerulf vor und ich nickte. Mit einem Mal war die Stimmung zwischen uns ein wenig angespannt.
Zurück beim Heer verabschiedete sich Gerulf knapp und ritt zurück an die Spitze, während ich mich wieder bei den Männern einreihte, die ich die nächsten Tage unterhalten und motivieren sollte. Jetzt, da man es von mir erwartete, erschien es mir mit einem Mal nicht mehr so sonderlich reizvoll.
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Blind Fish » Di. 4.8.2009 23:56

Die FanCon 2009, Rollenspielconvention im Rhein-Main Gebiet: http://www.fancon.darksodom.de/include.php?

Beginn: 19.09.09, 10:00 Uhr, im Neustadtzentrum in Mainz
Ende: 20.09.09, 18:00 Uhr




Spiel '09, Spielemesse Essen: http://www.internationalespieltage.de/
incl.: COMIC ACTION http://www.comicaction.de/php/index.php?action=homepage

Beginn: 22.10.09, 10:00 Uhr
Ende: 25.10.09, 18:00 Uhr
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Di. 6.10.2009 16:52

Nachdem die Arbeit an meinem Buch inzwischen sehr weit fortgeschritten ist und ich endlich das Manuskript vom Wettbewerb zurück habe (immerhin mit einem Buchpräsent, wie bei den meisten Wettbewerbsteilnehmern), habe ich mich am Wochenende mal drangesetzt und quer gelesen.
Daraus ergaben sich zwei Erkenntnisse:

1. Ich muss wohl die ersten 100/150 stark überarbeiten, damit sie stilistisch zum Rest des Buches passen. Ich habe meinen Stil jetzt so langsam gefunden, nur die ersten Kapitel passen nicht mehr so ganz 100%ig.

2. Evtl. schreibe ich den Prolog nicht nur um, sondern streiche ihn komplett. Es würde der Sache überhaupt keinen Abbruch tun, wenn ich ohne ihn direkt in die Handlung einsteige.


Vorerst habe ich die Arbeit allerdings eingestellt.
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Rukh » Di. 6.10.2009 17:47

Prolog streichen? Nix da, der bleibt! :mad:

Und was genau meinst Du mit "eingestellt"? :oO: :aufsmaul:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Di. 6.10.2009 17:53

Die Rücksendung des Manuskripts vom Heyne Wettbewerb hat doch ein Loch hinterlassen. Bei Licht betrachtet sind die ersten 100 Seiten weit weniger gut als ich sie in Erinnerung hatte.

Und es bedeutet, dass die Luft derzeit vollkommen raus ist. Ehe ich es auf Krampf mache lege ich es lieber eine Weile auf Halde, bis ich wieder Lust hab. Vielleicht eine Woche, vielleicht ein Monat.




Und doch: Der Prolog fliegt. Den braucht kein Mensch. :mad:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Rukh » Di. 6.10.2009 17:59

Der Prolog bleibt bitte drin ... :blumen: ... das Ding will außer mir eh keine Sau lesen, und ich finde den gut. :d=:
Damit hast Du eine 100%ige Leserakzeptanz, welcher Autor kann das schon von sich behaupten? :D
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Roadrunner » Di. 6.10.2009 18:01

Rukh hat geschrieben:das Ding will außer mir eh keine Sau lesen

Ich wills auch lesen! Also übergeh mich gefälligst nicht! :mad: :p
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Di. 6.10.2009 22:06

Die Leseprobe steht schon lange online, also beschwer Dich nicht. :mad:



Rukh hat geschrieben:Der Prolog bleibt bitte drin ... :blumen: ... das Ding will außer mir eh keine Sau lesen, und ich finde den gut. :d=:
Damit hast Du eine 100%ige Leserakzeptanz, welcher Autor kann das schon von sich behaupten? :D


Manchmal hast Du so eine richtig herzerfrischend aufmunternde Art an Dir. :mad:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Rukh » Di. 6.10.2009 22:15

:hehehe:
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Re: Rollenspiel Laberthread

Beitragvon Mailman » Di. 6.10.2009 22:20

Ein Charme wie ein Kanibale beim Kochen. :silly:




btw:
Ich habe heute die ersten Notizen für eine Contemporary Fantasy/Urban Fantasy Geschichte geschrieben.

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